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BACK FROM RUSSIA/UKRAINE 25.11.2008

EASTERN LIGHTSTORMS - Ein Reisebericht [Direktlink zu allen Bildern]

Ui, was für ein Ritt. Direkt nach der Show in Pratteln geht es mit dem Bus zurück zum Zwischenstopp nach Weimar. Den halben Day Off verbringen wir zu Hause, bevor uns unsere Lieben schon wieder ziehen lassen müssen. Max fährt uns nach Berlin-Tegel, wo um 8 Uhr der Flieger nach Warschau startet, nach kurzem Zwischenstopp dort geht es direkt weiter nach Kiew. Die ukrainische Hauptstadt präsentiert sich, ganz anders als erwartet, nicht im Schneekleid, sondern hat sich im Sonnenschein in allen denkbaren Grauschattierungen herausgeputzt. Wenn man vom Flughafen Borispil die gut 50 km in die Stadt hineinfährt, dann muss man zunächst durch nicht enden wollen scheinende Trabantenstädte fahren. Gewältige Plattenbauten, die in katastrophalen Zustand sind, daneben Neubauten, genauso hässlich. Die Straßen sind verstopft, der Fuhrpark eine krude Mischung aus Sowjetaltlasten (Lada, Moskwitsch, Wolga) und neustem Hightech aus Deutschland. Als wir im Club Bingo angekommen, werden wir bereits von unseren russischen Promotern erwartet. Die Jungs weinen vor Glück als sie uns sehen, so herzlich, diese Russen. Aber heute nix Russland, heute Ukraine. Da sollte man sehr genau aufpassen, was man sagt, besonders die Ukrainer hören es nicht so gern, wenn man sie als Russen bezeichnet. Nach einem delikaten Essen und den ersten Wodkas geht es dann gleich an den Aufbau der Bühne. Wir haben nur Gitarren/Bass und einige Teile fürs Schlagzeug mit dabei, der Rest wird vom lokalen Veranstalter gestellt. Hoffen wir zumindest. Aber heute sollen wir keine Überraschung erleben und der Soundcheck geht, von den üblichen Detailfragen und Problemen mal abgesehen, recht gut über die Bühne. Die Show macht riesig Spaß, leider sehen wir selten das Publikum, denn es gibt einen riesigen 5 Meter Graben, in dem Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken und Schusswaffen stehen. Man kann es wirklich auch übertreiben. Die Meute lässt sich das Feiern deswegen natürlich nicht verbieten, ganz im Gegenteil. Nach der Show bleibt wenig Zeit um mit den vielen Fans noch zu feiern. Denn die nächste Show in Rostow am Don erfordert eine logistische Meisterleistung. Wenn man als Deutscher geboren und aufgezogen wurde, dann hat man etwas, dass nennt sich Zeitgefühl beziehungsweise ein Gefühl für Distanzen. Für 300 km nach Berlin oder Frankfurt (von Weimar aus gesehen) braucht man mit Auto oder Zug 2,5 Stunden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch damit kann man in der Ukraine nicht viel anfangen. Rostow liegt knapp 1300 km südöstlich von Kiew, direkt am Asowschen Meer, unweit der Krim. Natürlich könnte man in Kiew in ein Flugzeug steigen und dorthin fliegen. Könnte man machen. Doch unsere Agentur hat sich eher das Gegenteil von schnell und bequem (dafür kostengünstig) ausgedacht. Wir verlassen Kiew Punkt Mitternacht mit einem Mercedes Sprinter (12 Sitzer) und fahren damit 500 km durch die totale Finsternis nach Charkow (Ostukraine). Dort sollen wir spätestens 8 Uhr morgens ankommen, denn dann startet dort der Zug nach Rostow am Don. Dieser wird dann für die restlichen 800 km nochmals fast 13 Stunden unterwegs sein. Es wird der härteste Trip der Bandgeschichte, soviel kann man sagen. Die angebliche Autobahn nach Charkow verwandelt sich bereits wenige Kilometer hinter Kiew in ein Schlaglochinferno. Dazu ein waghalsiger Fahrer, der die endlosen LKW-Kolonnen in halsbrecherischer Manier überholt. Zum Glück ist man total übermüdet oder vom Wodka benebelt, so dass man nicht länger darüber nachdenken will, was einem jetzt hier so mitten im nirgendwo passieren könnte. Also versucht man es sich auf seinem Sitzplatz irgendwie so zu arrangieren, dass zumindest immer mal ein Nickerchen drin ist. So eilen wir, den Zeitplan im Nacken, durch die Ukraine. Man macht sich keine Vorstellung, wie heruntergekommen gerade die östliche Ukraine ist. Als es langsam anfängt zu dämmern und man die ersten Ortschaften zu sehen bekommt, traut man seinen Augen kaum. Verfallene Häuser, verwahrloste Gehöfte, Müll, stillgelegte Fabriken. Da noch kein Schnee gefallen ist, gibt es eine Farbe, die alles dominiert. Grau. Schlote qualmen am Horizont, der Verkehr wird dichter, dann die ersten Menschen, die an überfüllten Bushaltestellen warten. Sonnenaufgang und wir brettern nach Charkow hinein. Wer sich ein wenig für den 2.Weltkrieg interessiert, der weiß, dass hier erbitterte Schlachten stattfanden. Eroberung durch die Wehrmacht, Rückeroberung durch die Russen, dann wieder Eroberung durch die Deutschen und so weiter. Nach Schutt und Asche folgte der Wiederaufbau. Sowjetarchitektur, Plattenbauten. Sah 1950 vielleicht mal ganz gut aus, aber seitdem wurde vermutlich weder irgendwelches Geld für Instandhaltung ausgegeben, noch für andere Dinge investiert. Alles sieht aus, als ob es gleich in sich zusammenfallen würde. Die Augen der Menschen wirken leblos, der Qualm von verbrannter Kohle liegt in der Luft. Doch die Sonne lacht und der Himmel ist blau, wie bizarr. Wie sieht es hier aus, wenn es regnet? Es gibt im Zentrum nur zwei bunte Flecken. Den prachtvollen Bahnhof und ein McDonalds Restaurant. Wir sind zwar sonst alles andere als Fans der amerikanischen Landplage, aber auch ziemlich durch den Wind nach dieser Nacht. Die Aussicht auf einen heißen Kaffee und einen Burger wirken inmitten von Charkow so irreal wie der gesamte Trip hierher. Wenn Charkow der Schlund zur Hölle ist, muss dieses MD-Restaurant sowas wie der Goldzahn sein. Mit Wärme, Essen und Kaffee steigt die Müdigkeit unaufhaltsam im Körper nach oben. Wir satteln das Gepäck und marschieren zum nahen Bahnhof. Der Zug wartet bereits, die Schlafwagen stehen vor unserer Nase, doch wir dürfen nicht rein. Miliz, Armee, Grenzkontrolle. Er ist aus Moskau gekommen, Charkow ist der erste Halt auf ukrainischem Gebiet. Die Ukrainer nehmen zunächst den gesamten Zug auseinander (keiner darf rein oder raus), das dauert eben. Die Menschen ertragen es mit stoischer Ruhe, kein Murren, kein Zucken, einfach stehen, warten. Wir sind wirklich in einer anderen Welt. Und stammen aus einer anderen. Wir sind darauf geeicht, schon nach 3 Minuten hektisch auf die Uhr zu sehen, wieso etwas nicht weitergeht. Und wir kommen schlecht damit zurecht, dass es hier überall vor Bullen, Armee und Miliz nur so wimmelt. Kontrolle und Einschüchterung scheint hier ein zentraler Aspekt des täglichen Lebens zu sein. Bei aller Freude unsererseits über so einen Trip bleibt doch tiefer Respekt für die Menschen, die unter diesen Bedingungen leben müssen. Wir spielen Musik, für uns ist es ein Abenteuer, wir sehen alles durch die Brille des Reisenden. Doch hier zu leben, meine Güte, wie kann man das nur aushalten? Endlich geht es weiter. Wir besteigen den Zug, vier Abteile mit je vier Betten sind unser. Wir fallen wie die Steine in die Betten, manche länger, manche kürzer. Der Zug durchquert das Donezk-Becken, alles ist grau, Städte, Dörfer, Felder, Bäume. Trostlosigkeit. Wir sitzen zusammen in unseren Abteilen, unsere russischen Begleiter Vitali, Vladimir und Leonid sorgen sich prächtig um unser Wohl. Sie haben in Charkow im Supermarkt 2 volle Tüten mit Brot, Wurst, Käse sowie natürlich Wodka und sauren Gurken gekauft. Ach ja, wir haben heute keine Show, ein Day Off im Zug. Bereits um 16.30 Uhr geht die Sonne unter. Spätestens nachdem wir die russische Grenze passiert haben, alle Papiere in Ordnung sind, erhöhen unsere Russen die Schlagzahl in Sachen Wodka. Nicht ohne entsprechende Wirkung. Man muss aufpassen, dass man nicht zu schnell zu betrunken wird. Wer weiß, was uns in Rostow am Don erwartet. Kurz vor 22 Uhr erreichen wir die 1,1 Millionen Metropole. Die Organisation klappt wieder bestens, der lokale Promoter erwartet uns bereits am Bahnhof. Mit einem Wolga-Van geht es ein paar Kilometer außerhalb ins Hotel. Schade eigentlich, denn die Innenstadt von Rostow sieht deutlich besser aus, als erwartet. Vielleicht liegt es auch daran, dass nach Charkow irgendwie alles besser aussieht? Das Hotel liegt direkt neben einer Tankstelle und einer riesigen Shoppingmall. Dazu später mehr. Die Ausstattung ist very, very basic um es mal vorsichtig auszudrücken. Kostet sicher nicht die Welt, so ein Zimmer hier. Wir machen uns fix frisch und treffen uns dann im Speisesaal (na gut, das ist jetzt etwas übertrieben) zum Abendessen. Obwohl es nicht den Anschein hat, wird das Essen richtig lecker. Zunächst schön Soljanka, danach Schnitzel mit Knoblauch und fettigen Fritten. Dazu Wokda, Wokda, Wokda. Das Geheimnis, eine mehrstündige Sauftour gut zu überstehen ist einfach: nur Wodka trinken, nicht mit anderem Alkohol vermischen und immer essen, essen, essen. Fett und Wodka bekämpfen sich gern, erst wenn das Fett vernichtet ist, vernichtet der Wodka den Körper. Natürlich keine wissenschaftlich haltbare These, aber egal. Meine Güte, sind wir nach ein paar Stunden voll wie die Haubentaucher. Die Russen sind echte Steher, haben aber auch Verluste. Leonid ist auf den Stuhl gekippt und schläft, Vitali versucht auf den Fliesen zu pennen. Das praktische an den Wodkaflaschen ist, dass man sie, einmal geöffnet, nicht wieder verschließen kann. Wie clever. Die Welt dreht sich, das Bett dreht sich und das schlimmste, am nächsten Morgen dreht sich noch immer alles wie verrückt. Nachdem alle mehr schlecht aus recht aus den Federn gekrochen sind und das russische Standardfrühstück verputzt haben (Fettspiegelei), machen wir die Shoppingmall unsicher. Ein imperialistischer Stachel im dunkelroten Hinterland will man meinen, doch die Zeiten haben sich längst geändert. Russland ist vom Geld und multinationalen Konzernen überrannt und zum Teil kolonialisiert worden. Bestes Beispiel ist die vor uns befindliche, gewaltige Einkaufsanlage, die so riesig ist, dass in ihrer Mitte sogar eine Eislauffläche Platz hat. Die Geschäfte sind alte Bekannte aus unseren Breitengraden, von Zara bis H&M, vom Media Markt bis zum Apple Store, von Ikea bis zu Subways. Aber auch massenhaft Nobelmarken wie Joop, Boss, Gucci. So weit, so normal. Schaut man auf den Parkplatz, dann wird das eigentliche Problem Russlands offensichtlich. (Fast) niemand kann es sich leisten, hier einkaufen zu gehen. Die meisten Geschäfte sind verwaist, die durchweg extrem rassigen, mit Modelmaßen versehen Verkäuferinnen, stehen sich die Beine vor Langeweile in den Bauch. Klar, bei einem durchschnittlichen Verdienst von knapp 300 EUR kann sich der Russe nun mal keine Joop Krawatte für 100 Tacken, keine Digitalkamera für 500 EUR kaufen, selbst 200 Gramm Gutfried-Wurst für 5 EUR sind da nicht drin. Insofern ist so ein Prestige-Einkaufspark in erster Linie ein schöner Zeitvertreib für das eine Prozent der Russen, die in der Hackordnung ganz nach oben gespült wurden. Atemberaubend schöne Russinnen bringen hier vermutlich das Geld von ihren Männern durch. Um 14 Uhr geht es denn dann zum Klub. Bei der Fahrt im Hellen fällt auf, dass Rostow am Don deutlich gepflegter aussieht, als beispielsweise Kiew. Zeit zum Sightseeing bleibt trotzdem nicht so viel. Im Klub Podzemka gibt es viel zu tun, viel zu improvisieren. Wenn Bands Shows in der ehemaligen Sowjetunion spielen, dann sind dies in 99% aller Fälle immer Moskau, St. Petersburg oder Kiew. Jetzt hier, im Rostow am Don, wissen wir auch, wieso das so ist. Dinge, die sonst Selbstverständlichkeiten darstellen (z.B. Verstärker der Marke XY, spezielle Mischpulte oder ein Keyboard besorgen) sind abseits der besagten Städte sehr schwierig. Man muss einfach immer schauen, was im Endeffekt vor Ort dasteht und wie man daraus etwas machen kann. Wie beim Kuchenbacken, wo ein paar Zutaten fehlen, es am Ende aber doch schmecken soll/muss. Die Sprachbarriere macht es zudem nicht einfacher. Unser Russisch ist nach den vielen Jahren, die seit dem Ende der Schule vergangen sind, bestenfalls noch als rudimentär zu bezeichnen, die Englischkenntnisse bei der Russen (von Deutsch wollen wir gar nicht reden) sind äußerst bescheiden. Heute in Rostow rettet uns der lokale Haustechniker vermutlich vor dem Desaster. Er ist nicht nur extrem flink und fleißig, sondern sprich auch fließend Englisch. Der Club selbst befindet sich den dem Kellerräumen eines gewaltigen Baus (sieht aus, wie ein riesiges Theater), die Einrichtung ist sehr liebevoll, besonders die witzigen Graffitis an den Wänden sind ein netter Zeitvertreib. Während unsere Techniker die Bühne aufbauen und verkabeln, machen wir einen kurzen Abstecher nach draußen. Viel Zeit bleibt nicht, also schlendern wir ein wenig durch den Nikolaus-Ostrowski-Park, treffen auf berittene Polizei und einen Kosaken zu Pferde. Schade, dass die Zeit nicht für einen Abstecher in die Innenstadt reicht. Nachdem zwei russische Death Metal Acts den Abend eröffnet haben, bricht wahrlich die Hölle los, als wir auf die Bühne treten. Die Südrussen drehen komplett durch, so dass man nach den ersten Sekunden befürchten muss, die Show nicht unbeschadet zu überstehen. Besonders zu Beginn des Sets kommen noch zahlreiche Soundprobleme auf der Bühne dazu. Jetzt nur nicht schlapp machen. Es wird getanzt, gepogt, sich von der Bühne gestürzt. Egal ob Junge oder Mädchen, hier wird mitgemacht bis zur totalen Erschöpfung. Als spezielle Überraschung haben wir kurz vor der Show beschlossen, eine lokale Striptease Tänzerin beim Song „Auf die Liebe“ auf die Bühne zu holen. Unser Promoter Vitali hatte uns gefragt, ob das möglich wäre. Wir würden Martina, damit einen großen Gefallen tun. Soso. Sie hat in Rostow am Don eine professionelle Show, reist kurz nach dem Abendessen zusammen mit ihrem Mann/Manager an. Wir erklären ihr, dass wir sie „nur“ tanzen soll, ausziehen aber bitte nicht. Die Aktion wird in jedem Fall ein großer Erfolg, sie tanzt wie eine Göttin und als sie dann noch anfängt, sich an den Bandmitgliedern zu reiben (besonders der Doktor hat sehr viel Spaß dabei) muss man aufpassen, dass man sich noch aufs Spielen konzentrieren kann. Nach dem Song ist sie so richtig in Fahrt gekommen und beim nachfolgenden „Seemann“ haben wir dann verstanden, dass Martina gern noch viel, viel mehr zeigen würde. Unter großem Gekreische fällt das Oberteil und man hat das Gefühl, das ein Funken reichen würde, um den adrenalinschwangeren Club in die Luft zu sprengen. Etliche Zugaben sind zu spielen, wir werden bei der nachfolgenden Autogrammstunde fast erdrückt, jeder will ein Bild mit uns haben. Wenn das keine Reitermania war, dann weiß ich auch nicht mehr. Die Fans hier sind offensichtlich ergriffen und sehr dankbar, dass wir hier sind. Wir sind es ebenso, denn die Emotionen, die uns entgegenschlagen, können einen nicht kalt lassen. Nach einer kleinen Backstageparty geht es dann im Konvoi zurück zum Hotel. Viel Zeit zum Feiern bleibt dort nicht, denn der enge Zeitplan ist knallhart. Bereits um fünf Uhr morgens müssen wir wieder aus den Federn. Die Weiterreise ins gut 300 km südlich gelegene Krasnodar mit dem Zug steht bevor. Würde man die Augenringe am nächsten Morgen addieren, käme dabei eine tiefe Schlucht heraus. Der Körper funktioniert nun vollends im Autopilot-Modus. Ankommen am Bahnhof, rein in den Zug und los geht es. Die Fahrt ist sehr angenehm. Wir haben fast einen gesamten Wagon für uns allein, da unsere Tickets 1.Klasse gebucht wurden. Der versprochene „Speedtrain“ ist zwar nicht so schnell, wie man gemeinhin annehmen würde, aber äußerst gemütlich. Da die Russen eine größere Spurbreite ihrer Schienen haben, bedeutet dies natürlich auch viel breitere Wagons, echt super hier. Es ist kuschelig warm und wir verlassen Rostow. Der Zug rollt über den Don. Die Basilika von Rostow leuchtet, die Don-Kreuzfahrtschiffe liegen im Hafen. Weiter nach Süden. Komisch. Irgendwie assoziiert man stets Kälte und Schnee mit Russland. Dabei befinden wir uns hier auf der Höhe von Norditalien. Und das merkt man. Der Wind ist nicht eisig, sondern eher ein warmes Lüftchen. Über 10 Grad plus schon am morgen. Ratter, ratter. Zugfahren durch Russland ist immer ein Erlebnis. Aus dem Fenster schauen, die Landschaft auf sich wirken lassen, nachdenken. Der Kontrast aus unberührter Natur und monströs wirkenden Industrieanlagen (teils völlig verfallen) ist gewaltig. Dennoch, die Ortschaften sehen weniger heruntergekommen aus, als in der Ukraine. Auch gibt es hier andere Farben als nur grau. Die Wintersaat auf den Feldern steht in fettem Grün, das Schilf, das sich über gigantische Flächen ausgedehnt hat (die Gegend hier ist Sumpfgebiet und wird oft überflutet) leuchtet gelb, der Außenanstrich vieler Häuser in gewagten knalligen Farben. Ein Highlight. Knallgelbe Dachziegel. Die Halbinsel Kertsch ist nahe, die Krim nicht weit. Man ist fast geneigt, den russischen Süden im Trommelfeuer der Gefühle romantisch zu verklären, als sich das Tor zu Hölle öffnet. KRASNODAR. Die Millionenmetropole an der Kuban grenzt direkt an Abchasien. Nur ein paar Stunden von hier entfernt hat vor kurzem der Krieg getobt. Wenn man die viel Raffinerien hier sieht, weiß man auch, wieso es so großes Interesse an dieser Region gibt. Von Kradnodar aus zogen zigtausende russische Soldaten Richtung Georgien. Die Stadt nimmt einem den Atem. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Luft stinkt, verpestet von Abgasen, eine Smogglocke hängt über der Millionenstadt. Allah und der Kaukasus sind nicht weit, der Tüv ebenso. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn man, zusammengepfercht in einem Kleinbus, durch die Stadt fährt. Wir sind im Ameisenhaufen gelandet. Die Straßen sind natürlich verstopft, die Fahrt zum Hotel dauert ewig. Clever, wie der lokale Promoter ist, karrt er uns quer durch die Stadt zum Hotel (dazu später mehr), dann zum Mittagessen wieder ans andere Ende der Stadt. Mit dem Zeitmanagement haben die Russen wirklich Probleme. Wir haben bereits eine neue Zeiteinheit eingeführt. Die russischen 10 Minuten. Wann immer man hier etwas fragt, wann etwas passiert, lautet die Antwort: „In 10 Minuten“. Dass heißt aber eigentlich nur: Es wird schon passieren, vermutlich irgendwann, wenn man Glück hat heute, in keinem Fall aber in 10 Minuten. Auch die Fahrt ins angebliche Restaurant soll nur 10 Minuten dauern. Obwohl man sich diese wirklich hätte sparen können. Das Restaurant entpuppt sich als Billardhalle, von Essen kann man selbst beim besten Willen nicht sprechen. Da wollte wieder jemand einem anderen einen Gefallen tun (in diesem Fall der lokale Promoter einem Bekannten seines Bruders, falls wir das richtig verstanden haben). Der hat eben ein Restaurant und so eine 10köpfige Reisegruppe aus Deutschland muss eben da durchgeschleust werden. Die Lady überlässt unserem „embedded Journalist“ Zacke vom Metal Hammer gnädigerweise ein Stück Fleisch (rar gesät auf den Portionen), welches sich, der Bisskonsistenz zu urteilen, als Fettdrüse aka. Hühneranus entpuppt. Spaß ist, wenn man trotzdem lacht. Das tun wir reichlich auf der Rückfahrt zum Hotel, eher ein verzweifeltes Lachen, weil man sich auch ein bisschen gestrandet und hilflos fühlt. Im Würgegriff der Südrussen und ihres katastrophalen Zeitmanagements. Unsere Techniker verdrücken sich dann Richtung Klub „Kalaschnikoff“ (wie passend), wir wollen noch etwas Schlaf nachholen. Den Wecker hätten wir uns nicht stellen müssen, denn Tourmanager Mon kommt wenig später mit einer Hiobsbotschaft zurück. Die Show heute wird nicht stattfinden. Grund: Der Klub wurde vor wenigen Tagen geschlossen, einen Ausweichklub gibt es zwar, aber der ist so klein, hat so schlechte Bedingungen, dass wir keine Chance sehen, dort eine Show zu spielen. Es gibt eine Bühne die 3x2 Meter groß ist, kein Keyboard, zwei Fender Bluesverstärker und als Highlight genau eine Lampe im Klub. Unsere Promoter aus Moskau, die die ganze Zeit mit uns unterwegs sind, sind mega angepisst auf die Krasnodar-Veranstalter. Offensichtlich wird hier mit gezinkten Karten gespielt, die wahren Gründe, wieso der Klub plötzlich dicht ist, sind nicht offensichtlich. In dem Moment wird man sich der Situation durchaus bewusst, dass hier Kräfte am Werk sind, denen man mitunter tatenlos zusehen muss. Wir haben nicht den weiten Weg an den Kaukasus auf uns genommen um dann zu erfahren, dass der Klub geschlossen ist. Es klingt alles sehr fadenscheinig unserer Meinung, ist aber allem Ärger zum Trotz nicht zu ändern. Am meisten leid tut es uns um die vielen Fans, die einen Haufen Geld für die Tickets bezahlt haben (einige sind schon mit uns im Zug von Rostow gereist). Ok, also dann Frustsaufen. Nachdem wir die „Schönheit“ der Stadt durch die bereits angesprochenen Fahrten kennengelernt haben, hält sich die Begeisterung für einen Bummel durch die Altstadt in Grenzen. Direkt gegenüber dem Hotel gibt es aber wieder eine Mega-Einkaufsmall, ähnlich bizarr wie in Rostow. Wieder ein Designerladen am anderen. Wieder umwerfend gutaussehende Russinnen, die sich in Cafés herumdrücken, dauernd SMS schreiben oder telefonieren und auffällig oft die hier gestrandete Reisegruppe in Augenschein nehmen. Keine Frage, die Liste derer, die aus rein touristischen Gründen nach Krasnodar fahren, dürfte im Null-Komma-Bereich liegen. Wir fallen hier sowieso permanent auf. Eine schwarze Horde, uniformiert in Reiter-Jacken, offensichtlich nicht in dieser Gegend geboren. Man merkt schon einen deutlichen Unterschied in der Haut- und Haarfarbe der Einheimischen, verglichen mit Moskau. Blonde werden seltener. Um die armen Verkäuferinnen bei ihrem tristen Job des Nichtstuns ein wenig zu erheitern, entern wir einen Joop-Laden und unser Backliner Ady probiert den trendigsten neuen Fummel an. Zu geil. Und dann der nächste Hammer. Ein CD Laden. Dort werden ganz regulär MP3-CDs verkauft. Also beispielsweise kann man die von Napalm Death kaufen, darauf befindlich die komplette Diskografie von Napalm Death und als Bonus noch alles von Defecation, Look-Up, Righteous Pigs, Terrorizer und Unseen Terror. Preis 5 EUR. Kein Wunder, dass hier so gut wie keine regulären CDs verkauft werden. In den Läden stehen die Original-CDs und die Bootlegs direkt zusammen im Regal. Die Qualität der gefälschten Ware ist absoluter Hammer, kein Unterschied zum Original. Unrechtsbewusstsein ist nicht vorhanden. Der Brüller des Tages kommt aber jetzt: Wir finden eine Pro-Pain Mp3 Kollektion, auf dessen Cover nicht nur Pro-Pain Klampfer Tom, sondern auch Dr. Pest, Fuchs und ex-Reiter Klampfer Pitrone zu sehen ist. Das Foto selbst habe ich auf unserer gemeinsamen Tour mit Pro-Pain anno 2003 geschossen. Muss wohl auf der Pro-Pain-Webseite gelandet sein und ist dann von dort wohl vom Bootleger heruntergeladen worden. Wir brechen vor Lachen völlig zusammen. Da fährt man unter widrigsten Umständen an den Arsch der Welt um dann zwischen Joop, Gucci und Armani unsere Fressen auf einem Bootleg zu finden. Ein verrückter Tag. Nach einer Weile geht es zurück ins Hotel „Baden“, ein auffällig gutaussehendes Hotel inmitten einer völlig heruntergekommenen Gegend. Auffällig rote Leuchtreklame, auffällig merkwürdige Visitenkarten von Sauna-Clubs in Krasnodar. Wir feiern eine schöne Gangparty mit viel Wurst, M&Ms und natürlich Wodka ohne Ende. Kurz vor Mitternacht fängt es an, im Treppenhaus immerfort „Tack Tack Tack“ zu machen. Aufgetakelte junge Frauen, die offensichtlich im horizontalen Gewerbe tätig sind, kommen die Treppe herauf. Und junge Männer in Lederjacken mit finsteren Blicken. Keine Frage, das Hotel verwandelt sich gerade in ein Stundenhotel bzw. wie sich später herausstellen soll, in ein Laufhaus. Eine ruhige Nacht wird das nicht. Massen schlurfen über den Gang, immer wie Tack Tack und Klopf Klopf, als ich kurz die Tür öffne, sitzt eine fast nicht bekleidete Brünette direkt im Zimmer gegenüber. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Die haben uns hier im Puff einquartiert. Klar Jungs, echt tolle Idee. Die letzten Freier sitzen noch unten an der Bar, als wir um halb fünf morgens aus den Zimmern kriechen. Wir müssen Punkt sechs Uhr am Flughafen in Krasnodar sein, um den Flug nach Moskau zu erwischen. Der Taxifahrer ist entweder noch halb besoffen oder sonstwie irre, denn er schafft es, sich auf dem Weg zum Flughafen zu verfahren. Er fragt dann kurzerhand bei einer Polizeistreife nach, die mal wieder ihre beliebten Straßenkontrollen durchführt. Ein Inlandsflug in Russland ist immer ein Erlebnis, sagt man. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches haben sich zig private Fluggesellschaften gegründet, von denen fast keine in der EU starten oder landen darf. Sehr beruhigend. Immerhin sind wir mit der staatlichen russischen Airline Aeroflot unterwegs, die alte Tupolev 154 ist zwar alt, aber doch besser in Schuss als gedacht. Lediglich mit den Beinen kann man sich aufgrund der engen Sitzreihen die Ohren zuhalten. Aber bis Moskau ist es nicht so weit. Knapp zwei Stunden und schon ist man in einer anderen Welt. Beim Start in Kradnodar hatten wir noch knapp 15 Grad plus, in Moskau pfeift der Wind eisig und Schnee liegt. Zwar nicht viel, aber für Winterromantik völlig ausreichend. Mit dem Kleinbus unserer Agentur brettern wir Richtung Zentrum. Vom Flughafen Scherementevo im Norden Moskaus dauert das gut eine Stunde. Stau gibt es heute fast keinen, vermutlich futtern alle gerade lecker Mittag an diesem Samstag. Wir fahren direkt bis zum Roten Platz für eine kurze Sightseeing-Tour. Dort handeln wir uns gleich einen Anschiss von den Bullen ein, weil man andächtig über den Platz schreiten soll und nicht tanzen oder herum hüpfen. Nur gut, dass sie uns nicht die Fotoapparate wegnehmen. Viel Zeit bleibt nicht, der Zeitplan ist eng und wir sind haben uns für die Show heute viel vorgenommen. Der Vorverkauf lief großartig, der Totschka Club, in dem wir bereits vor knapp zwei Jahren gespielt haben, wird so gut wie ausverkauft sein. Da steigt die Aufregung bereits Stunden vor dem Konzert. Zunächst ist jedoch eine Pressekonferenz angesetzt. Zahlreiche russische Journalisten und Fotografen belagern uns, die Lady bekommt sogar eine Rose geschenkt. Ein Dolmetscher hilft, die Sprachbarrieren so gering wie möglich zu halten. Im Saal unterdessen herrscht bereits Gedränge und die Stimmung ist bereits vor der Show gigantisch. Wir geben alles und erleben erneut eine Show der Superlative. Die Leute zerlegen sich dermaßen krass, die ganze Halle brodelt. Sogar die Wall Of Death (die in Russland sonst wohl eher unbekannt ist) funktioniert heute. Nur gut, dass wir alles auf Fotos und Videos festgehalten haben. Als der Doktor dann noch „Katjuscha“ anstimmt, ist die Zeit für große Gefühle. Mit „Iron Fist“ sagen wir für heute „Doswidanja Moskau“. Diese Stadt lässt uns gewiss noch oft das Blut in den Adern pulsieren. Wir wären wirklich noch gern geblieben, aber bereits 90 Minuten nachdem der letzte Takt verklungen ist, hat es uns unglaubliches russisches Organisationsteam geschafft, uns in den Nachtzug nach St. Petersburg zu verfrachten. Man fragt sich da echt, wie es die Russen mit ihrer Chaosorga schaffen, alle Zeitpläne stets einzuhalten. Obwohl es heute wirklich nervt so zeitig aus dem Klub zu verschwinden und eine großartige Aftershowparty mit den Fans zu versäumen. Beim nächsten Mal müssen wir unbedingt mehr Zeit einplanen. Aber die Größe des Landes, die unglaublichen Distanzen müssen ja auch irgendwie geschultert werden. Im noblen Schlafexpress nach St. Petersburg wird dann trotzdem bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Einige Fans haben irgendwie herausbekommen, welchen Zug wir nehmen oder haben sich spontan entschlossen, noch eine weitere Show in St. Petersburg in Ohrenschein zu nehmen. Es herrscht jedenfalls tolle Stimmung in den 4er Kabinen und auf dem Gang. Sogar die ansonsten eher barschen, unfreundlichen Schaffnerinnen sind hier nicht anzutreffen. So herzlich, wie die Russen auch beim näheren Kennenlernen sein mögen, die Freundlichkeit und ein netter Blick ist umsonst schwer zu bekommen. In Geschäften oder an Supermarktkassen kann man sich eines finsteren, grimmigen Blickes meist sicher sein. Egal, wir strahlen trotzdem jeden an, denn unsere russische Reise geht ihrem Ende entgegen. Wir sind alle sehr erschöpft von den Strapazen der beiden Touren, die nun hinter uns liegen. Besonders die Russlandreise hat nochmal alles von uns abverlangt, denn wenn es eins dieses Mal nicht im Überfluss gab, dann Schlaf. Aber wie sagt man so schön: Wer Rock n Roll bestellt, der bekommt ihn auch. Gerade die Herausforderung, nicht nur in den Megacitys zu spielen, war ein Grund, diese Tournee zu machen. Das gewaltige Reich im Osten scheint uns magnetisch anzuziehen, die Städte jenseits des Ural waren oft Themen unserer Gespräche. Ob man dort vernünftige Metalshows machen kann, weiß niemand so genau. Aber die Lust darauf ist nach wie vor ungebrochen. Unsere Jungs von der Agentur Deltamekong jedenfalls sagen, dass es außerhalb von Kiew, Moskau, St. Petersburg immer sehr vage und schwierig wird. Man weiß nicht, wer seine Hände mit im Spiel hat, man weiß nicht, wem man vertrauen kann und wie die Gegebenheiten vor Ort wirklich sein werden. Garantien gibt es nur dann, wenn man etwas kennt. Doch wer kann schon alles kennen in einem Land, dass den halben Erdball umspannt? Rostow und Krasnodar waren diesbezüglich wichtige Stationen, auf denen man einiges Lehrgeld zahlen musste, letztlich aber wieder ein wenig mehr davon verstanden hat, was Russland so einzigartig, so besonders macht. Denken, denken, denken. Der Zug rollt, es wird immer kälter, ein Schneesturm tobt. Wir erreichen Sankt Petersburg, die schönste Stadt Russlands. Jetzt ist es richtig kalt und eisig und der Schnee liegt sogar auf dem Prachtboulevard "Newski Prospekt" trotz Verkehr knöchelhoch. Über den Versuch der Russen, ein Frühstück zu kredenzen, wollen wir besser schweigen. Lungenwurst macht keinen Spaß und Metalbars sind denkbar der uncoolste Ort, um zu frühstücken. Wieso hat man uns nicht einfach in der Stadt in einem der tollen Cafés herausgeschmissen? Aber bevor man sich ärgern kann, geht es auch direkt weiter zum Hotel, welches das Beste der ganzen Reise ist. Endlich mal nicht kilometerweit vom Zentrum entfernt. Im Gegenteil, einen Fuß aus der Tür und schon steht man inmitten der Petersburger Prachtbauten. Wenn man von ihnen nur etwas sehen könnte. Der Schneesturm peitscht durch die Häuserschluchten, man sieht kaum die Hand vor Augen. Trotzdem gehen viele von uns in die Stadt, entweder um lecker zu speisen, ein paar Souvenirs zu kaufen oder einfach dem Fotoapparat einen Härtetest zu unterziehen. Die Petersburger scheint das Wetter nicht unbekannt zu sein, alles verläuft ganz ruhig, keine Probleme auf den Straßen oder den Bürgersteigen. Am späten Nachmittag fahren wir dann zum Port Club. Beinahe hätte die Show heute ausfallen müssen, denn der angekündigte Roks Club ist vor wenigen Wochen zerstört wurden. Sagt man uns. Obs stimmt, kann man nicht sagen, aber da es ein Bikerclub ist/war, würden wir diese These gar nicht mal ausschließen wollen. Anyway, der Tausch ist gar nicht übel, denn der Port Club ist schon von einem ganz anderen Kaliber. Der größte Laden für Metal in der Stadt, wenngleich nicht unbedingt ein idealer Liveklub. Das ehemalige Kulturhaus der Stadt St. Petersburg ist einfach viel zu hoch, als das man hier einen wirklich knackigen, druckvollen Sound zaubern könnte. Aber unser Soundmann Mon schraubt wie ein Weltmeister und wird sogar vom Veranstalter danach für seine Leistung gelobt. Wir haben riesigen Spaß, auf der großen Bühne zu stehen. Heute ist ein besonderer Tag, Doktor Geburtstag. Ein bekommt einen riesigen Straus Blumen auf die Bühne gereicht, in die er sich gleich verbeißt. Jungfrauen bekommt er heute nicht gereicht, aber eine dralle Petersburger Schönheit bekommt dafür die Peitsche zu spüren. Unsere russische Fanclubpräsidentin Valeria ist unser Special Guest und trällert mit uns zusammen „We Will Never Die“ ins Mikrofon. Neben dem Schlauchbootrennen werden (wie schon in Moskau) aufblasbare Pferde in die Massen geworfen. Zauberhaft, zauberhaft. Obwohl der Akku bei uns längst leer ist und wir nur noch auf dem Zahnfleisch kriechen, gibt es auch heute vier Zugaben. Die Massen singen „Happy Birthday lieber Doktor“ und der bedankt sich artig mit einer „Katjuscha“ Keyboardeinlage. Wenn man sieht, wie die Russen aus voller Kehle den Song mit schmettern, dann bekommt man selbst feuchte Augen auf der Bühne. Und dann ist alles vorbei. Der Vorhang fällt, die „Eastern Lightstorms“-Tour ist Geschichte. Yes, we did it. Nur die Härtesten kamen durch. Kaum Schlaf, unendlich lange Stunden in Zügen, Bussen, Flugzeugen und Taxis. Ein atemberaubender, verstörend intensiver Trip. Lange geplant, nicht perfekt. Aber charmant, eine echte russische Reise eben. Noch einmal sitzen wir mit unseren Freunden an einer langen Tafel. Geschenke werden ausgetauscht. Lieder gesungen, Gläser erhoben, Dankesworte gesprochen. Bis zum Morgengrauen dauert die Party, die Deutsch-Russische-Freundschaft ist auf Ewigkeit manifestiert und besiegelt. Na Sdarowje. (Volk-Man)


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Kommentare 11 - 15 von insgesamt: 15
Gast
Kommentare :
27.11.2008 10:05
 
Privet aus Russland. Moscow
It was great! We wont more!!
Gast
Kommentare :
26.11.2008 21:55
 
Is there any chance to read this article in English (or in Russian)??????
Reitermaniac85
Kommentare : 2
26.11.2008 19:11
 
Eine schwarze Horde, uniformiert in Reiter-Jacken HAHA....Ganz toller Bericht,hat richtig Spass gemacht zu lesen.Danke auch für das tolle Tourtagebuch.
fraggle
Kommentare : 4
26.11.2008 18:56
 
ui... ganz schön geschichtsträchtiger trip. tolelr bericht!

nächstes mal komm ich auch mit...^^
Saskiart
Kommentare : 1
26.11.2008 15:15
 
hui klingt das lustig, ... und gut anstrengend
Russland hab ich dieses Jahr auf meiner Tour leider verpasst
Weiß wer wo bei denen als nächstes wieder was ansteht?
Sepsis
Kommentare : 1
26.11.2008 14:01
 
Mahlzeit,

sehr, sehr fein geschrieben. Und beim nächsten mal will ich dabei sein!!

Gruß Sepsis
ady
Kommentare : 2
26.11.2008 13:53
 
Herrlich!!!...Zack! Genauso war's! Sehr schön beschrieben Volk-Man!!



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