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Tourtagebuch (Update:17.11.) 20.10.2008

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16.11. PRATTELN - Z7
Die Tour ist zu Ende. Ein unvergesslicher Abend. Viele Späße auf der Bühne, viele Tränen hinter der Bühne. Wir sind überwältig über die Begeisterung, die den Reitern überall entgegenschlägt. Die heutige Show war ein Meilenstein. Tourmanager Arne hat sich in die Lady verliebt und schenkt ihr Rosen auf der Bühne. Auch sie hat Schmetterlinge im Bauch. Mustasch kommen nackt zu uns auf die Bühne, wir verkleiden uns bei Honigdieb. Die Lady verteilt Süßigkeiten bei Mustasch. Ady und Ouda spielen Gitarre bei Mustasch. Mir fehlen die Worte, schaut euch die Bilder an. Videos gibt es auch massig, die werden wir auch noch posten. Jetzt aber erstmal gen Osten. Mal schauen, wie es mit WLAN dort aussieht. Hoffe, wir können weiter regelmäßig was posten. Wenn nicht, keine Panik. Wir lieben Euch. Danke für die großartigen Tage. EURE REITER


15.11. WINTERTHUR – Salzhaus
Meine Güte, die Tour ist fast zu Ende. Am vorletzten Tag wird einem das so richtig bewusst und wie immer fragt man sich: Hey, waren wir nicht gerade noch in Prag? Man sagt ja gern, wenn es einem kürzer vorkommt, dann war es klasse. Das können wir nur unterstreichen. Die gesamte Tour war ein rauschendes Fest. Ein bisschen Wehmut schwingt gegen Ende immer mit, denn mit den vielen Menschen, mit denen man 4 Wochen auf engstem Raum zusammenlebt, hat sich eine ganz spezielle Gruppenverbundenheit entwickelt. Heute wollen wir es aber nochmal richtig krachen lassen, denn nach der allerletzten Show in Pratteln am morgigen Sonntag wird hierzu leider keine Zeit sein, weil wir direkt nach Berlin zum Flughafen müssen, um den Flieger nach Russland zu erwischen. Also heute Nacht Vollgas. Doch vorher erleben wir noch schweißtreibende Konzertstunden. Alle Bands werden im proppenvollen Salzhaus richtig abgefeiert. Bei uns herrscht vor der Bühne so ein Gedränge, dass die Mädels in den ersten Reihen Gefahr laufen, am Absperrgitter eingequetscht zu werden. Zum Glück entspannt sich die Situation nach den ersten Songs (wo wir stets die härtesten Nummern spielen), trotzdem fühlt es sich ein bisschen blöd an, wenn man das mitbekommt. Überhaupt sind wir von den SchweizerInnen total überrascht. Bislang war es in der Schweiz für uns immer gut, tolle Shows keine Frage. Aber in Sachen Enthusiasmus und überbordender Ekstase konnten die Eidgenossen nie gegen unsere Homebase anstinken. Doch spätestens seit heute wissen wir, dass nun auch in der Schweiz der Knoten so richtig geplatzt ist. Reitermania over Winterthur. Wir sind schön euphorisiert und marschieren nach der Show ins Coyote Ugly, einer nach einem bekannten Film benannten Bar, in der es hoch hergeht. Die Türsteher wollen den 20 Mann Tross zwar erst nicht rein lassen, aber die bekommen wir schon weichgekocht, allen voran Mustasch-Fronter Ralf, der heute seine Womanizer-Lederjacke angezogen hat und nix anbrennen lassen will. Drin dann viel, viel Alkohol, halbnackte Frauen auf der Theke, Bombenstimmung und ein Gassenhauer nach dem anderen „It’s my life“ (Bon Jovi) wird genauso mit gegrölt wie „Breaking The Law“ (Judas Priest) oder „Born To Be Wild“ (Steppenwolf). Mit dabei auch unser frisch „vermähltes“ Paar Ady und Frida, die mittlerweile wieder ihre Handschellen abgenommen bekommen haben. Nachdem der Club zugemacht hat, gibt es noch einen „Gute Nacht Döner“, 2 sternhagelvolle Argentinier sorgen für Heiterkeit. Es dämmert schon, als wir die letzte Zigarette rauchen, bevor es ins Bett geht. (Volk-Man)


14.11. KAISERSLAUTERN – Kammgarn
Im Rennen um den schönsten Club des Landes liegt die Kammgarn ganz sicher weit vorn. Der Laden sieht nicht nur Klasse aus, auch die Bedingungen (Sound, Licht, lokale Crew), gemütliche Backstageräume und superbes Essen sind fantastisch. Der Hallenboden ist so spiegelblank und sauber, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt, mit dreckigen Schuhen darüber zu laufen. Die Chefin des Hauses, Angelika, ist hoch erfreut uns zu sehen und begrüßt jeden mit einer herzlichen Umarmung. Für gute Laune gibt es auch gute Gründe. Der Vorverkauf lief bombastisch und es ist zu erwarten, dass der Club heute aus allen Nähten platzen wird. Was dann folgt, ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Schlacht. Man hat das Gefühl, sich auf der Bühne mit aller Kraft gegen die heran strömende Masse entgegenzuwerfen, weil wir sonst aus der Halle herausgedrückt worden wären. Crowdsurfer und Stagediver machen es mitunter sehr schwer, konzentriert zu spielen, sobald man sich an den Bühnenrand wagt, wird einen an den Beinen herumgezerrt, in die Saiten gefasst und die Kabel aus den Monitorboxen verabschieden sich unter dem Ansturm ebenso. Toll, jetzt herrscht wieder Zweiklassengesellschaft. Megasound im Saal, mieser Sound auf der Bühne. Die Situation besteht man nur, wenn man das Punkdiplom in der Tasche hat. Zu allem gibt mein Sender dann auch noch den Geist auf (mit Kabel spielen sucks) und die Gurthalterung zerfällt in ihre Einzelteile. Ein Segelboot auf hoher See inmitten des Sturmes und plötzlich bricht der Mast. Naja, nicht ganz, aber man durfte sich kurze Zeit so fühlen. Mit „Metal Will Never Die“ wird heute das Set beendet, ein wahnsinnig intensive, aufreibende und anstrengende Show vor einem völlig ekstatischen Publikum. Von wegen die Pfälzer wären zurückhaltend. (Volk-Man)


13.11. KARLSRUHE – Substage
The day after. Heute geht alles etwas langsamer, dafür hört man vermehrt ein leises Stöhnen. Ralf von Mustasch bringt es auf den Punkt: „Ich bin ein Kater.“ Will meinen, er hat einen und da ist er gewiss nicht der Einzige. Max Laptop ist nahe dem Kollaps (Backliner Marco dazu: „Der muss bestimmt mal einen großen Kack machen“) und ich schaue mir den Elektroknecht mal an. Der AVG-Gratis Virenscanner hält die CPU lässig bei 70% Last und langt beim RAM so gierig zu, wie ausgetrocknete Rockmusikerhände, die nach Wochen wieder Frauenbrüste zu fassen bekommen. Echt garstig. Eine echt gute Alternative nennt sich Nod32 (www.eset.de), aber das nur am Rande. Das Substage ist der flachste Club der Tour. Man kann auf der Bühne ohne Probleme mit dem Kopf an die Decke knallen. Die ist deswegen auch komplett mit Schaumstoff ausgekleidet. Und sieht trotzdem schon ganz schön ramponiert aus. Die Zeit bis zur Show vergeht wie immer wie im Flug, Ralf von Mustasch fordert lautstark ein Bier auf der Bühne und schaut nicht schlecht, als plötzlich Fuchs unter lautem Gegröle auf die Bühne hüpft und ihm ein Bier samt Plastikblumenstrauß überreicht. Die Karlsruher Fans machen heute so ein lautes Spektakel, dass man auf der Bühne das Gefühl hat, sie seien lauter als die Anlage selbst. Das kann auch durchaus hinkommen, denn heute herrscht leider eine 96db Lautstärkenbeschränkung (Auflage der Stadt an den Club). Trotzdem tobt der Mob, Superman alias Ady wird beim Überreichen der Gitarre abgefeiert, unser Arne schmettert „Die Sonne scheint“ und Merchandise-Queen Ouda fährt heute eine Runde Schlauboot. Hat richtig Spaß gemacht, Karlsruhe! (Volk-Man)


12.11. FREIBURG – Jazzhaus
Von Schwaben geht es nun nach Baden, ein hoppla hopp über den Schwarzwald und schon ist man da. Freiburg ist wie immer bezaubernd, hier in der Stadt mit seinen tausenden Studenten, Cafés, Clubs und engen Gassen fühlt man sich immer wieder wie zu Hause. Im Kontrast dazu das Jazzhaus, eigentlich ein netter Laden, aus dem wir aber wohl endgültig heraus gewachsen sind. Die Bühne ist viel, viel zu klein, so dass wir zahlreiche Bühnenaufbauten heute im Hänger lassen müssen. Das nervt gewaltig. Zudem kommen zahlreiche Soundprobleme, Trouble mit Funkstrecken, ganz zu Beginn sogar ein Stromausfall dazu, so dass wir nur bei Notstrom-Dämmerlicht ausladen können. Trotz aller Widrigkeiten, dem schlechtesten Monitorsound auf der ganzen Tour (ach was, seit Jahren), wird die Show heute ein einziger, ekstatischer Vollrausch. Die FreiburgerInnen gehen so steil und hotten gnadenlos ab, als gäbe es kein Morgen. Irgendwann weiß man, dass der Sound heute (zumindest auf der Bühne), die Hölle bleiben wird (ich persönlich wusste das schon zum Soundcheck). Also keine Pussy sein, sondern dem Teufel das Dreizack im Arsch umdrehen und draufhalten. Mit „Iron Fist“ wird die Pogogemeinde in die Nacht entlassen. Da wir die ganze Nacht in Freiburg bleiben (Show morgen ist im nahen Karlsruhe), findet sich schnell eine illustre Horde, die grölend durch die Innenstadt zieht. Marionette, Mustasch und einige Reiter + Crew entern die KGB-Wodkabar. Vor 3 Jahren sind wir dort schon einmal ganz böse mit Turisas abgestützt und auch heute soll es nicht anders sein. In weniger als einer Stunde wechseln 2 Liter feinster russischer und ukrainischer Wodka den Aufbewahrungsbehälter. Da wir genau heute in einer Woche schon mitten im tiefsten Russland sitzen werden, verbuchen wir die Aktion als Generalprobe für die kommende Ostreise. Es gibt sogar eine Tanzfläche und die Freude kennt keine Grenzen, als sogar Turbonegro und „Raining Blood“ von Slayer vom Chef persönlich aufgelegt werden. Pikanterweise ist der Clubbesitzer gar kein Russe sondern Georgier, als ich ihm erzähle, dass wir nach Kradnodar an den Kaukasus gehen werden lacht er schelmisch, klopft mir auf die Schulter und meint nur: „Viel Spaß und esst ja kein Ziegenfleisch“. Gegen drei torkelt alles zurück zum Bus. Alles etwas chaotisch. Mustasch haben beschlossen, im Hotel zu schlafen. Dafür sind jetzt die Betten im Tourbus frei. Und mit Marionette (die seit 3 Wochen im engen Van hausen) haben sie abgemacht, dass sie die Mustasch Betten für diese Nacht hier im Tourbus beziehen können. Zu dumm, dass keine Marionette weiß, wo ihre schwedischen Landmänner hier im Nightliner wohnen. Stellt euch einfach die Situation vor: ein Haufen sturzbetrunkener Schweden, ein nicht unbedingt viel nüchterner Autor dieser Zeilen, der versucht, zu nächtlicher Stunde eine Parkplatzeinweiser zu sein. Ein Tag wie aus dem Rock ‚n‘ Roll Drehbuch. (Volk-Man)


11.11. STUTTGART – LKA
Nach einem erholsamen Tag Pause in Garmisch-Partenkirchen beginnt die letzte Woche unserer Deutschland-Tour in Stuttgart. Vielleicht hätten wir mit Blick auf den Kalender ahnen müssen, dass es ein sehr verrückter Tag werden muss. Wie schon berichtet, muss unser lieber Backliner Ady heute die gesamte Show von uns ein Superman-Kostüm tragen. Das Gejohle der Fans kennt kein Ende wenn er über die Bühne schreitet und Fuchs die Gitarre reicht, umgefallene Mikrofonständer wieder aufrichtet oder BHs von Boden kratzt. Das eigentliche Highlight ist aber die verwegene Bootsfahrt von Nuclear-Blast-Chef Markus Staiger. Kurz vor der Show war er im LKA eingetroffen und hatte die halbe Show beinhart aus der ersten Reihe verfolgt. (K)eine gute Idee. Fuchs bittet ihn bei „Reitermania“ auf die Bühne und verfrachtet ihn kurzerhand ins Schlauchboot. Unter großem Jubel wird Markus durch die Halle getragen. Echt legendär. Nicht minder verwegen traf es unsere NB-Promoterin Nadine, die unsere Seemannsbraut des heutigen Abends ist und zum Dank zum Doktor muss, der sie entsprechend verarztet. Nach der Show steigt noch eine große Party mit vielen Freunden. Toller Tag, tolle Stimmung, danke Stuttgart. (Volk-Man)


09.11. INNSBRUCK – Hafen
Ein Bummel durch die Altstadt von Innsbruck ist wirklich eine lohnenswerte Sache. Wunderschöne alte Häuser und Kirchen, enge Gassen, dazu Sonne satt. Heute nicht in einem der vielen Straßencafés Platz zu nehmen wäre wirklich eine Sünde. Nach den beiden Festivals an den Vortagen können wir es heute endlich wieder etwas ruhiger angehen lassen. Das ist auch gut so, denn viele aus dem Tourtross sind etwas müde von den Strapazen der letzten Tage. Viele verbringen die Zeit bis zur Show schlafend oder lümmeln antriebslos im ungemütlichen Backstage herum (eigentlich ist der Backstage gar nicht schlecht, aber die kalten Neonlampen an der Decke versprühen ein ganz ungemütliches Flair. Dann Showtime. Kleine Schrecksekunde, als Sir G. Fußmaschine kurzfristig den Geist aufgibt. Das Problem ist aber dann doch schnell wieder gelöst. Traditionell sind heute unter den Gästen auch viele Fans aus Südtirol, die den Weg über den Brennerpass gesucht haben, um uns zu sehen. Fuchs tritt sich erneut eine Glasscherbe ein und kann die Show nur mit Schmerzen zu Ende spielen. Trotzdem sind wir nach der Show sehr happy, denn die Leute haben wirklich jede Menge gute Laune gehabt. Die Schweden verdrücken sich nach der Show in die Nightclubs der Stadt. Wir wollen am morgigen Day-Off nach Garmisch-Partenkirchen fahren und daher wird der Bus erst morgens um acht aus Innsbruck losfahren. Wir machen im Backstage eine Hell/Dunkel Party. Zuerst wird bei Morcheeba schön gemütlich gechillt, danach Licht aus, die neue Satyricon in totaler Dunkelheit gehört. Nur der Doktor hält ab und zu mit der Kamera in die Finsternis und bringt den Wahnsinn ans Licht. Im Bus geht es dann lustig weiter. Ady wird in ein Supermann Kostüm gesteckt, weil er beim Kartenspielen verloren hat. Das ist allerdings nur der Probedurchlauf, die echte Premiere gibt es dann in Stuttgart auf der Bühne. Freut euch schon mal. Juhu, Day Off. Garmisch, wir kommen. (Volk-Man)


08.11. WIEN – Gasometer
Meine Güte, das Venue ist heute echt der Hammer. Ein riesiger Laden, gelegen, wie der Name schon verrät, in einem alten Gasspeicher. Leider regnet fast den ganzen Tag, so dass gemütlicher Bummel in die Innenstadt entfällt. Heute wird der Metalchamp Austria 2008 gekürt, das Finale des Bandwettbewerbs, zu dem es in Österreich bereits zahlreiche Vorausscheide gegeben hatte. Da es bereits um 16 Uhr losgehen soll, müssen Aufbau und Soundcheck heute wieder vorher passieren und wir entsprechend früh aufstehen. Nach Ende des Soundchecks bleiben noch gut 7 Stunden bis zur Show. Da gleich um die Ecke ein großes Kino ist, gehen einige von uns in den neuen James Bond 007, um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben. Leider keine so gute Wahl, denn der Film ist eine mittelschwere Katastrophe. Kaum Handlung, völlig unnötig aufgeblähte Action-Szenen (Handkamera + hektische Schnitte), die Leute in den ersten Reihen werden den Film sicher nicht unbeschadet überstehen, befürchten wir. Wären nicht die leckeren Nachos mit Käse gewesen, dann könnte man diesen Kinobesuch als völlige Zeitverschwendung abtun. Aber darum ging es ja eigentlich. Direkt im Anschluss an die Siegerehrung und Auszeichnung des Metalchamps stapfen wir auf die Bretter. Die Leute sind enorm gut drauf und besonders bei den Wall Of Deaths geben die WienerInnen alles. Das sieht wirklich brutal von der Bühne aus. Zum Glück geht es ohne Blessuren ab. Soundmann Jan strahlt nach der Show wie ein Honigkuchenpferd, er schwärmt vom dicksten Sound der gesamten Tour und hockt zufrieden auf der Ledercouch im Backstage. Die lokale Crew wird von uns wieder mit Shirts eingedeckt. Da es nach Innsbruck ein mächtiger Ritt ist, verweilen nicht mehr allzu lange in der Alpenhauptstadt, sondern machen uns direkt auf den Weg nach Tirol. (Volk-Man)


07.11. HENNDORF (bei Salzburg) – Wallerseehalle
Der angebliche Vorort von Salzburg ist dann doch ein ganzes Stück außerhalb, Henndorf liegt mitten im nirgendwo, direkt am Wallersee, umgeben von Wald und Wiesen. Herrlicher Novembernebel liegt über der Gegend, genau richtig für einen schön Walk. Noch ein bisschen Ruhe tanken, bevor es stressig wird. Heute ist ein Festival, sprich nicht nur wir, sondern auch noch ein Haufen anderer Bands (u.a. Belphegor und Cataract) stehen heute mit auf der Bühne. Das bedeutet mehr Stress beim Umbau, einen zeitigeren Soundcheck für uns. Überall wuseln Bandbetreuer, örtliche Helfer und Bandmitglieder durch die Katakomben. Schon um fünf muss die erste Band ran. Zuschauer gibt es heute jede Menge, die Salzburger Region gilt als Metalhochburg und ganz besonders an einem Freitag ist so ein großes Festival immer eine gute Chance, ordentlich die Sau rauszulassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir freuen uns ja immer auf die Shows in Österreich, weil unserer Meinung die Fans hier immer noch etwas verrückter, feierwütiger und schräger drauf sind. Viele besorgen es sich heute dermaßen krass mit Alkohol, dass man vermuten muss, sie stünden kurz vor der Alkoholvergiftung. Cataract spielen eine fette Show, schon dicke Hose und fette Riffs. Belphegor sind mit Drumcomputer am Start und sind wirken dunkelschwarz und radikal, wie man es von ihnen gewohnt ist. Die Lokalhelden aus Salzburg dreschen eine Stunde wie die Berserker auf den tobenden Mob ein. Danach wird der Vorhang zugezogen, die Bühne umgebaut, bevor wir an der Reihe sind. Obwohl die Leute schon 7 Stunden Dauerbeschuss hinter sich haben, gehen sie noch bestens mit. Von „Adrenalin“ bis zu „Der Elende“ werden die Songs gut abgefeiert, Rausschmeißer (zumindest akustisch) ist „Die Sonne scheint“. Die Halle lehrt sich danach aber nur ganz zögerlich. Denn jetzt heißt es Rester saufen. Die Halle ist ein einziges Schlachtfeld. Überall kullern volltrunkene Fans herum. Eine rohe, feierwütige Aftershowparty, abgesehen von uns ist hier wohl niemand mehr nüchtern. Viele Peinlichkeiten, über die man besser nix schreibt. Auch bei uns im Backstage herrscht totaler Ausnahmezustand. Honigdieb, Mustasch und Marionette sind allesamt komplett überdreht, Sir Hannes stachelt mit seinem Megafon jedermann zum mitsingen an, Stühle werden als Schlagzeuge umfunktioniert, es wird gegrölt und geschrien als gäbe es kein morgen. Die Bildergallerie, die dieses Mal etwas größer als sonst ausgefallen ist, spricht Bände. Helvete! (Volk-Man)


06.11. MÜNCHEN – Backstage
Eins muss man ja sagen: das Essen auf dieser Tour ist wirklich gut. Was heute Morgen alles aufgetafelt wird, ist völlig unglaublich, zu dumm, dass sich gestern viele Tourteilnehmer ordentlich weggeschossen haben und allein beim Gedanken an Essen einen Brechreiz bekommen. Großes Interesse zieht die Jack Daniels Barbecue-Sauce auf sich, hab gar nicht gewusst, dass die jetzt auch sowas am Markt haben. Das Backstage ist ein bisschen ein schräger Laden, innen hui, außen Pfui. Wenn man vor den Türen steht, dann kann man sich nicht entscheiden, ob man sich auf dem Lagergelände eines Baumarkts, einer Abrissfirma oder Gärtnerei befindet. Unglaublich viel Chaos. Aber innen ist der Laden richtig super, gute Bühne, sauber, nette, fleißige lokale Crew, fette Anlage mit Bombensound. Die Backstage-Backstage Räume sind so gemütlich, dass man gar nicht vor die Tür gehen mag, was angesichts des Nebels auch keinen wirklichen Sinn gemacht hätte. Wir haben wieder viel Besuch, ein paar Leute von Haggard schauen vorbei, Michi und Flo (die Programmierer von www.reitermania.de) und ebenso Petra und Zacke vom Metal Hammer (die uns in wenigen Tagen auf der Russland-Tour begleiten werden). Die Show heute wird sehr intensiv und tanzfreudig. Absoluter Zugabenrekord bislang auf der Tour. Die Münchner wollen uns gar nicht mehr gehen lassen. Mit „Iron Fist“ (erster Song vom ersten Album) und „Auferstehen soll in Herrlichkeit“ (letzter Song vom letzten Album) spannen wir den größtmöglichen Reiterbogen zum Abschluss dieser Show. Dere München! (Volk-Man)


05.11. NÜRNBERG – Hirsch
Kaiserwetter in Nürnberg. Sonne satt, 18 Grad, Schulferien. Wann kann man sonst zu der Jahreszeit im T-Shirt losziehen? Wir sind froh über die extra Dosis Licht und Wärme und können uns an der herrlichen Altstadt der fränkischen Hauptstadt gar nicht satt sehen. Fußmarsch hoch auf die Kaiserburg, herrliches Panorama, viele Menschen, die in scheinbar bester Laune sind. Zurück in den Hirsch. Die Erinnerungen an den letzten Aufenthalt (damals fand die letzte Show der unsäglichen Roadshock Tour hier statt, bevor die Tour abgebrochen wurde) sind wie weggeblasen. Alles läuft richtig super auf unserer eigenen Tour. Wir haben gestern in Frankfurt Bergfest gehabt, die zweite Tourhalbzeit läuft. Heute ist wieder eine ganz besonders denkwürdige Reitershow. Im proppenvollen Hirsch herrscht Ausnahmezustand. Großer Enthusiasmus, tanzen, klatschen, eine Bombenstimmung. Mädchen, die sich auf der Bühne küssen. Die Absperrgitter stehen leider etwas weit weg von der Bühne, aber einige sehr wagemutige Stagediver trauen sich dennoch, über den Graben zu springen. Respekt. Mit „Metal Will Never Die“ endet das heutige Set. Danach noch eine lange Party im/vor dem Bus, bevor es weitergeht nach München. PS: Mustasch Sänger Ralf mussten sie heute einen Backenzahn ziehen. Der zähe Bursche hat mit Schmerzmitteln trotzdem auf der Bühne gestanden. Das nennt man Einsatz. (Volk-Man)


04.11. FRANKFURT – Batschkapp
Ach herrlich, der Day Off hat wirklich gut getan. Wir (Reiter + Crew) haben uns in Bad Homburg in einem kleinen, gemütlichen Hotel einquartiert. Die Schweden konnten von Party nicht genug bekommen und sind ins nahgelegene Frankfurt abgestiegen. Wir lassen es am freien Tag sehr ruhig angehen, Sauna, schlafen, herum lümmeln und Kraft tanken. Das Wetter ist herrlich, Sonne, 15 Grad, da will man im November nicht meckern. Als wir am nächsten Tag in der Batschkapp aufschlagen, knallt uns auch heftig die Sonne auf den Pelz, als wir aus dem Bus stürzen. Im Frankfurter Kultschuppen sind wir nicht zum ersten Mal, enge Backstageräume, ein cooler Bühnensound und ein bestens aufgelegtes Publikum sind daher keine wirkliche Überraschung. Heute haben wir gleich 2 Gastmusiker dabei: Frida, die Mustasch-Tourmanagerin ist total heiß darauf, bei „Adrenalin“ mitzusingen (der Song entpuppt sich nicht nur als DER live Song im Set, sondern wird auch von unseren Vorbands innig verehrt und stets und ständig hört man irgendwen „Aaaaaadreeeeenaaaaaliiiiiiin“ singen, summen oder schreien). Frida macht ihre Sache jedenfalls sehr gut, ihre Jungs haben sich in die erste Reihe gekämpft und skandieren lautstark ihren Namen, dem sich viele Gäste anschließen. Hannes von Honigdieb darf dann bei „Wir hoffen“ mit einem improvisierten Pfeifensolo glänzen. Im Studio hat Fuchs ja an der Stelle das Solo mit dem Mund gespielt, aber so ein paar schräge Flötentöne passen da auch ganz gut zum Song. Als Abschluss gibt es heute wieder „Auferstehen soll in Herrlichkeit“. Danke Frankfurt, ihr wart toll. Nach der Show verkrümel ich mich recht schnell in die Falle, nicht um zu schlafen, sondern um den CNN live Stream zur US-Präsidentenwahl bis früh um sechs zu verfolgen. Umts/Hdspa sei Dank geht das auch bei voller Fahrt so richtig gut. Nachdem Ohio, Florida und Pennsylvania an Obama gegangen sind, darf man dann doch etwas ruhiger einschlafen und auf bessere Zeiten hoffen. (Volk-Man)


02.11. BOCHUM – Matrix
Eine rauschende Metal-Party liegt hinter uns. Bochum hat schwer gerockt, die Matrix ist einfach ein Klasse Laden, guter Sound, ein bestens aufgelegtes Publikum. In der Halle und auf der Bühne herrschen totale Saunatemperaturen, nach der Show hat man das Gefühl, in Klamotten geduscht zu haben. Als spezielle Showeinlage werden wir heute von Marc (Honigdieb) bei der Percussionsession von „Adrenalin“ unterstützt. Und beim „Seemann“ wird die Melodie von Alexandra (Honigdieb) mit der Querflöte gespielt. Beides nicht ohne Grund: beide verlassen den Tourtross nach der heutigen Show (anderweitige Terminverpflichtungen) und das ist unsere Art, Danke zu sagen. Vincent Sorg, der Produzent von LICHT zählt heute Abend zu den Gästen und wir freuen uns über ein Wiedersehen. Die Stimmung im Tourtross ist sehr ausgelassen. Die Schweden singen wieder alte Kinderlieder, auch sonst wird viel gelacht und gealbert. Morgen ist Day Off, wir fahren in die Taunustherme nach Bad Homburg und werden es uns so richtig gutgehen lassen. Übermorgen geht es dann weiter nach Frankfurt. (Volk-Man)


01.11. MADGEBURG – Factory
So unscheinbar, verfallen und runtergekommen die Factory von außen aussieht, umso mehr überrascht ist man, wenn man die Türen zum Backstage geöffnet hat. Gemütliche Räume, große Küche mit leckerem Buffet, dazu als Bonbon eine Sauna samt Whirlpool, die den ganzen rege frequentiert wird. Magdeburg, die Domstadt, wirkt in manchen Vororten so trostlos, wie viele andere Städte auch. Doch kaum ist man mit der Straßenbahn Richtung Innenstadt gefahren, zeigt sich ein anderes Bild. Schöne Straßenzüge, die Grüne Zitadelle (ein ökologischer Wohnkomplex, der von Ikone Friedrich Hundertwasser entworfen wurde) und natürlich der gewaltige Magdeburger Dom. Die Touristenzahlen nehmen sich zwar zu Städten wie Dresden oder Weimar bescheiden an, aber dennoch sollte für kulturgeschichtlich Interessierte die Stadt an der Elbe eine Reise wert sein. Soundcheck dauert heute etwas länger, weil die Anlage vor Ort äußerst bescheiden klingt. Jan, unser Soundmann, ahnt schon böses, als er die Halle betritt und feststellt, dass immer noch dieselbe Anlage dasteht, die er vor gut einem Jahr bei einem Konzert mit einer anderen Band, notdürftig gefixt hat. Mit viel Improvisation und gutem Zureden verrichtet die betagte Beschallungsanlage dann doch ihren Dienst, aber so richtig gewaltig wird der Sound heute nicht. Das Publikum ist gut drauf, bisweilen etwas ruppig und respektlos. Die Stagediver, die die Bühne entern, machen keine Gefangenen und scheuen auch nicht davor zurück, Fuchs anzurempeln, dass der fast von der Bühne knallt. Nach der Show lässt es ein großer Teil der Busbesatzung ordentlich bei der nachfolgenden Darkwave/Electro-Disco krachen, die unmittelbar nach Ende unserer Show beginnt. Fuchs und ich lassen es bei einer Flasche Sekt in der Sauna deutlich ruhiger angehen, (Volk-Man)


31.10. DRESDEN – Alter Schlachthof
Die Stadt an der Elbe zählt zweifelsohne zu den schönsten Städten des Landes, daher verwundert es kaum, dass heute so viele Businsassen den Weg in die Innenstadt suchen. Der Alte Schlachthof liegt recht nah am Zentrum, so dass man zu Fuß am Fluss entlang laufen kann und so traumhaft schöne Blicke auf die bekannte Silhouetten erhaschen kann. Da heute in Sachsen Feiertag ist (Reformationstag) ist die Stadt bei angenehmen Wetter vollgestopft mit Touristen, was aber der Stimmung keinen Abbruch tut. Wenn nicht der Soundcheck riefe, dann würde man sicherlich in einem der tollen Cafés in Dresden-Neustadt verweilen, Milchschaum löffeln und den Tag in Muse an sich vorüberziehen lassen. Doch das Rock N Roll Protokoll kennt für solche Späße keinen Platz. Am zehnten Tourtag sind alle Arbeitsabläufe schon Routine geworden (was positiv ist), der Biorhythmus hat sich auf Nachteulen-Modus umgestellt (wir gehen meist erst zwischen 4 und 5 Uhr morgens zu Bett), jeden Tag in einer anderen Stadt aufwachen, dass muss man auch erstmal im Kopf klarbekommen. Die Bedingungen im Dresdner Club sind sehr angenehm. Herrlich großzügiger Backstagebereich, viele Duschen, nette Mädels in der Küche die uns verwöhnen. Die Show rockt, die Meute geht herrlich mit und es gibt wieder einige unvergessliche Einlagen. Ralf (Mustasch) bekommt beim „Seemann“ eine Frau aus dem Publikum geschenkt (sie hatte sich freiwillig gemeldet), bei „Die Sonne scheint“ stürmt ein halbes Dutzend junger Männer auf die Bühne und zieht blank, sehr zur Freude der Lady. Und Fuchs fährt heute selbst eine Runde im Schlauchboot, sehr zur Freude des Publikums. Dresden rules! (Volk-Man)


30.10. KÖLN – Live Music Hall
Wenn ihr gesehen hättet, wie unser Max das 19 Meter Bus-Hänger-Gefährt in die superenge Einfahrt zum Clubparkplatz rückwärts einrangiert hat, würde euch die Spucke wegbleiben. Max ist nicht nur der netteste und beste Busfahrer der Welt, er ist schlichtweg unglaublich, wenns um solche Dinge geht. Köln ist immer eine Reise wert. Während unsere Crew, die wirklich fantastisch arbeitet, die Bühne aufbaut, geht es für einige für einige Stunden in die Stadt. Der Kölner Dom ist immer wieder ergreifend, außen wie innen. In Kölns Musikkaufhaus Nr. 1, dem Music Store, müssen wir natürlich auch. Wir testen ausgiebig Gitarren, Bässe und Pianos, alles, was man sonst immer in Katalogen findet und immer schon mal spielen wollte, steht hier einfach rum. Einfach alles. Nach dem Soundcheck gehen Fuchs und ich zum Fernsehinterview für Rockinvasion.de, das sehr unterhaltsam wird. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ein wenig Stress kommt kurz vor dem Gig auf, weil die Bühnenklamotten vom Doktor verschollen sind. Doch der Koffer taucht nach hektischer Suche dann doch wieder auf. Nicht auszudenken, wenn die weg gewesen wären. Dann brennt die Hütte und Köln rockt. So richtig. Massig Stagediver, ein textsicheres, tanzfreudiges Publikum. Macht allen Beteiligten sehr viel Spaß. Nach „Metal Will Never Die“ fällt der Vorhang. Bevor wir weiter fahren, bleibt noch Zeit, zahlreiche Freunde zu treffen. Thomas Ewerhard, der Booklet/Cover-Designer von LICHT ist heute unter den Gästen. Musikalisch untermalt wird die nette Plauderrunde von Dr. Pest, der sich ans Klavier gesetzt hat und Klassiker von „Zauberhafte Welt der Amelie“ bis zu System Of A Down aus den Tasten zaubert. Dann heißt es Abfahrt. Ein langer Ritt nach Dresden liegt vor uns. Vorher müssen wir aber noch dringend zu unsrer T-Shirt Firma Art Worx. Wir haben bereits in der ersten Tourwoche so extrem viel Merchandise verkauft, dass wir die dort gelagerten Bestände (die eigentlich für die zweite Tourhälfte geplant waren) schon nachtanken müssen. Die Fabrikhallen dort sind unglaublich riesig. Wir schnacken noch kurz mit den Arbeitern, die dort an den Druckmaschinen stehen, bevor es weiter nach Elbflorenz geht. (Volk-Man)


29.10. HANNOVER – Musikzentrum
Die Frühaufsteher an Bord unseres Busses kommen heute in die Gelegenheit, noch vor dem Frühstück bei unserem Endorser PPC-Music durch die großzügigen Geschäftsräume zu wandern und sich an den ausgestellten Instrumenten zu laben. Ein gewaltiger japanischer Gong im Eingangsbereich erregt unser Interesse, das Teil wiegt locker 200 kg und wenn man richtig dran haut, dann „untenrum“ alles an zu vibrieren. Ein cooler Fender PreciBass hat es mir angetan, doch bevor man überlegen kann, ob man den jetzt mitnehmen soll, fährt der Bus dann doch schon weiter zum Club. Die Hannoveraner(Innen) drehen voll auf, wir haben während des gesamten Sets fette Stagediver- und vor allem Crowdsurfer-Aktivitäten. Die Fans sind unersättlich. Nach dem großen Zugabenblock, der stets mit „Metal Will Never Die“ endet, nach der Verabschiedung, dem Händeschütteln verdrücke ich mich in den Backstage. Und staune nicht schlecht, als 2 Minuten später Mustasch-Tourmanagerin Frida hereingestürmt kommt: „Ihr spielt noch einen Song, du musst wieder auf die Bühne.“ Na so was. Es sind einfach alle Fans in der Halle geblieben und haben einfach nicht aufgehört zu schreien. Wir feuern „Auferstehen soll in Herrlichkeit“ zum Abschluss in die Massen, die sich zum letzten Mal verausgaben. Nach der Show treffen wir uns mit vielen alten und neuen Bekannten. Meine Schwester Susan ist angereist, unser alten Lichttechniker Sepsis (der bei „Auf die Liebe“ die zweite Gitarre mitspielt), Fanclubpräsident Andy, Thomas von PPC-Music samt Freundin und Flo (ex-Gitarrist von Dew-Scented), der uns zwei exklusive Tracks seiner neuen Band vorspielt. Es hätte wohl ein langer Abend in Hannover werden können, aber die Fahrt nach Köln ist lang. Nachts gegen zwei geht es los Richtung Domstadt. Marc (Honigdieb) hat heute Geburtstag, wir singen wieder fleißig Lieder im Bus. Als Geburtstagsgeschenk darf er den ganzen Abend DJ sein und spielt uns querbeet Musik aus seinem iPod vor. Herrlich, Marc ist totaler Mathcore-Fan und steht auch auf den ganzen guten, alten Krach von früher. Die Entdeckung des heutigen Abends sind Textures und Sikth. Danach wird es etwas chilliger und funkiger, bevor ich mich in die Falle verdrücke. (Volk-Man)


28.10. HAMBURG – Grünspan
In Hamburg sind legendäre Shows irgendwie Pflicht. Wenn die Frage aufkommen sollte, wo die wildesten Fans Deutschlands wohnen, dann sind die Hansestädter auf jeden Fall in den Top3. Bei der Show heute passieren so viele Dinge, dass man Mühe hat, die alle im Gedächtnis zu behalten. Bei „Auf die Liebe“ kommt ein Pärchen auf die Bühne und liefert eine coole Performance mit angedeutetem Geschlechtsverkehr ab. Die beiden sind echt zu süß und die Massen toben. Gleich vier Seemannsbräute stürmen beim „Seemann“ die Bühne und liefern sich anschließend bei „Reitermania“ ein Schlauchbootduell. Mustasch-Sänger Ralf wird vom Doktor auf der Bühne ausgepeitscht (auf den nackten Arsch). Dabei geht die Peitsche vom Doktor, die er sich vorher auf der Reeperbahn für 69 EUR gekauft hat, glatt beim dritten Schlag kaputt. Pro Hieb 23 EUR, kein schlechter Kurs, haha. Fuchs ist so verrückt und springt bei „We Will Never Die“ ins Publikum und wird durch den ganzen Saal getragen. Er singt dabei weiter, als wäre es das Normalste auf der Welt. Man hat wirklich das Gefühl, das jeden Moment die Wände aus dem proppenvollen Grünspan herausfliegen, die Luft wurde gegen ein Gemisch aus Schweiß, Körpersäften und Ekstase ausgetauscht. Beim abschließenden Verabschieden haben wir das Gefühl, die Hamburger wollen uns gar nicht wieder gehen lassen und reißen uns fast die Arme ab. Unglaublich. (Volk-Man)


26.10. BERLIN – Kesselhaus
Die Party der vergangenen Nacht steckt allen noch in den Knochen und der Anblick der meisten Businsassen kurz nach dem Aufstehen nur bedingt angenehm. Aber das Frühstück im Kesselhaus ist lecker und die Lebensgeister kehren langsam, aber sich in den Körper zurück. Heute haben wir wieder Extravorband, die sich für die Reiterfestspiele beworben hatte, VANITY RUINS aus der Nähe von Kiel. Die blutjunge Band um Frontlady Anna (gebürtig in Moskau) lässt es auf der Bühne ordentlich krachen. Anwesende und Musiker stauen nicht schlecht, was Anna für ein monströses Organ hat, sie grunzt und kreischt wie man es sonst nur von Angela Gossow oder Sabina Classen gewohnt ist. Von denen wird man bestimmt noch eine Menge hören. Das Berliner Publikum ist bestens aufgelegt, Mustasch spielen ihre wohl beste Show der Tour und fahren fette Reaktionen ein. Auch wir werden vom feierwütigen Publikum mit offenen Armen empfangen, solch eine ausgelassene Stimmung gab es für uns bislang noch nie, wenn wir in der Hauptstadt gespielt haben. Bei zwei Wall-Of-Death (Adrenalin, Wir hoffen) dürfen sich die ganz Verwegenen auch noch ordentlich die Köppe einrennen. Ein sportlicher Sonntag geht kurz vor Mitternacht zu Ende, gleich nach der Show geht es auf Richtung Hamburg, morgen haben wir Day Off und den wollen wir in der Hansestadt verbringen. (Volk-Man)


25.10. GLAUCHAU – Alte Spinnerei
Mustasch-Sänger Ralf lässt sich auf der Bühne vom Doktor auspeitschen und beklagt sich, dass es nicht weh genug getan hat. Trotzdem wird er später im Bus zum Ritter geschlagen, Ralf ist jetzt ein Deutscher Ritter. Honigdieb-Flötistin Alexandra hat heute Geburtstag und nicht nur das ist ein guter Grund zum Feiern. Alle Bands haben heute gut gerockt, das Glauchauer Publikum war bislang das tanz- und pogowütigste auf der Tour. Im Moshpit herrscht teilweise echt Krieg, Stagediver, Crowdsurfer, heute gibt es das volle Programm. Von NewSchool (Adrenalin) bis OldSchool (Iron Fist) wird alles frenetisch abgefeiert. Die Stimmung im Bus verläuft parabelförmig: Whikey, Wodka, Pfefferminzlikör, Wein, Bier und – Suprise, Surprise – Chantré. So ein schöner Weinbrand, das hat doch mal Stil. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin tönt der Chor im Bus. Bei flotter chilenischer Salsa/Popmusik wird sogar getanzt. Ein bisschen wie auf Klassenfahrt. Aber ohne Lehrer. PS: Mustasch Drummer Mats schreit im Schlaf. Zumindest hat er das jetzt schon das zweite Mal gemacht. Sehr merkwürdig. PSS: Direkt neben der Alten Spinnerei in Glauchau war ein Grundstück mit sehr zahmen Katzen und Hunden. Die hätten wir am liebsten alle mitgenommen. (Volk-Man)


24.10. ERFURT - Centrum
Eine rauschende Ballnacht in unserer Heimat. Ein Wiedersehen mit unseren Familien und Freunden. Schweiß, Pogo, eine energiegeladene Show, ein sehr dankbares, tanzwütiges Publikum. Unsere Freunde von Disaster K.F.W. eröffnen heute den Reigen, mit dabei unser alter Lichtmann Sepsis und natürlich Reiter-Legende Skelleton. Alle Bands ernten heute tolle Reaktionen und sind super glücklich. Das Essen herrlich deftige Thüringer Küche, Rotkohl und Klöße waren immer schon Garanten für eine trinkfreudige Aftershow-Party. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, denn nun heißt es für lange Zeit Abschied nehmen von unseren Liebsten, noch 27 Shows heißt es nach dieser. So langsam stellt sich der Körper auf den Tourneerhythmus um. Man kann nur schlafen, wenn der Bus rollt und man seicht in den Schlaf geschaukelt wird. Ein bisschen wie ein Ostseedampfer. Nur Schlaglöcher statt Wellen. Und ohne frische Brise. (Volk-Man)

23.10. SCHWEINFURT - Stattbahnhof
Schon sehr zeitig erreichen wir Schweinfurt. Die Stadt am Main präsentiert sich freundlich, sonnig, im Stattbahnhof (der sich wirklich mit TT schreibt), wartet bereits duftender Kaffee und frische Brötchen auf uns. Schon recht schnell haben sich die Frühaufsteher zusammengefunden, die vermutlich nun allmorgendlich hier in gemeinsamer Runde sitzen werden. Ein mit Doppelstockbetten versehener Raum ist unsere gemütliche Homebase für den Tag. Nach dem ganzen Stress gestern ist heute allen anzumerken, dass sich der fehlende Zeitdruck positiv auf Gemüt auswirkt. Eine Schrecksekunde (oder besser Schreckstunde) gibt es dennoch: unser nagelneues Backdrop fehlt. Zum Glück stellt sich wenig später heraus, dass es in Prag liegengelassen wurde und per Express nachgeschickt werden kann. Doch bis sich das geklärt hat, vergehen einige bange Minuten. Der Stattbahnhof ist brechend voll, als es schließlich losgehen kann. Schweinfurt rockt und erweißt bei den neuen Licht-Hymnen als erstaunlich textsicher. Bei Adrenalin gibt es eine fette Wall-Of-Death und wie wir intern gehofft haben, entpuppt sich der Song tatsächlich als echte Livebombe. Zum Boostrennen treten heute unser Backliner Ady gegen Honigdieb-Drummer Mark an, es wird ein harter Fight, den Ady knapp für sich entscheiden kann. Ein sehr unterhaltsames Konzert. Nach der Show treffe ich mich noch mit Lance, einem Amerikaner, mit dem ich seit vielen Monaten in Kontakt bin. Er betreibt eine amerikanische Reiter-Fanpage und ist beinharter Reitermaniac. Wie sich herausstellt, war Lance früher bei der US-Army und hat auch einige Monate im Irak gedient. Sein jüngeren Bruder Kyle, der ihn begleitet hat, muss im kommenden Monat genau dorthin. Was wünscht man jemandem zu Abschied, der offensichtlich auf dem Weg in die Hölle ist? Der ganze Wahnsinn der Weltpolitik wird am Einzelschicksal immer besonders spürbar. Kyle und seine Freundin, die auch mitgekommen ist, haben vor wenigen Monaten ein Baby bekommen, dass, so die stolzen Eltern, die jüngste Reiterfan der Welt ist. Sie schenken uns ein in Holz gerahmtes Bild von ihrem kleinen Sohn Jayden, dass wir gleich gut sichtbar in der Tourbus packen. Er ist jetzt unser Schutzengel oder wir seine, wer weiß das schon genau. Wir hoffen jedenfalls, dass Klein-Jayden seinen Papa irgendwann nicht auch nur vom Bild betrachten kann. Als der Bus dann rollt, ist es draußen bereits beißend kalt geworden. Der späte Oktober fährt schon mal seine Krallen aus. Auf nach Erfurt in unsere Heimat Thüringen. (Volk-Man)



22.10. PRAG - Rock Café
Wir sind wieder unterwegs. Der Bus rollt, das Equipment ist verstaut, die Bands sind alle da, ein Monat Rock N Roll liegt vor uns. Da die Bands alle in der vergangenen Nacht angereist sind und die Busbeleuchtung etwas schwummrig ist, bietet die tschechische Polizei einen tollen Kennenlern- und Weckservice. Bereits kurz hinter der Grenze wird unser 22-Betten-Gefährt freundlich, aber bestimmt, zum Anhalten genötigt. Fast alle schlafen noch und sind ziemlich müde, als wir hinter Plastikband gesperrt über eine Stunde in Kälte und Nieselregen ausharren dürfen, bevor 2 Hunde und 20 Beamte enttäuscht feststellen, dass keine Drogen an Bord sind. Haben wir ihnen zwar gleich gesagt, aber irgendwie wollten sie uns nicht glauben. Na egal, jetzt sind wir wenigstens richtig munter und bringen die restliche Stunde Fahrzeit bis Prag damit zu, die warmen Luftströme der Busheizung aufzusaugen. Die Kontrolle hat unseren Zeitplan gehörig ruiniert, wir sind jetzt über 2h später am Club als geplant, so dass jetzt Aufbau, Soundcheck im Akkord erfolgen müssen. Im „Rock Café“ haben wir bereits 2001 zusammen mit unseren amerikanischen Helden Macabre gespielt und beim Anblick des Clubs, der riesigen Absolut-Wodka-Bar kommen allerhand amüsante Geschichten zurück ins Gedächtnis. Weil heute bereits wegen polizeilicher Auflage um 22 Uhr der Hammer fällt, gehen die Türen schon um kurz vor sechs auf. Marionette brettern los wie die Feuerwehr. Die Burschen sind blutjung, der Drummer sogar erst 17. Sie fahren selbst mit einem riesigen Wohnmobil hinter unserem Nightliner her, der Vater des Drummers ist der Fahrer. Eine schräge Kombination. Das Styling der Burschen ist aufwändig, Anzüge, Krawatten, Kajal und jede Menge Haarspray, aber der Sound klingt sehr vertraut, melodischer Death Metal, wie man ihn aus Schweden gewohnt ist. Stageacting ist wild und dynamisch, ich bin echt gespannt, wie die in Deutschland ankommen werden. Die Jungs sind jedenfalls extrem aufgeregt, ihre erste Tour überhaupt, die ersten Shows außerhalb von Schweden. Honigdieb sind da von einem ganz anderen Kaliber. Die Band um Frontmann Sir Hannes hat sich schon unzählige Male in der Weltgeschichte herumgetrieben. Ihre Mischung aus Punk, Rock, Ska und Chanson (zumindest sehe ich das so) ist höchst unterhaltsam, die zahlreiche Sondereinlagen von Sir Hannes will ich hier nicht verraten, das muss man einfach selbst sehen. Unsere schwedischen Rocker von Mustasch haben danach leichtes Spiel, mit ihren erdigen, vor Schweiß und Alkohol berstenden Hammersongs zu punkten. Die Jungs aus Göteborg sind in ihrer Heimat fast so etwas wie Superstars, die dort auch schon mal 3.000er Hallen vollmachen. Heute sind es zwar ganz erheblich weniger, aber für die erste Show in Tschechien kann das Fazit nur lauten: Daumen hoch. Wir haben jedenfalls sehr leichtes Spiel, die so gut aufgewärmten Fans weiter zur Ekstase zu treiben. Der ganze Saal macht mit, es gibt so viele Live-Premieren. Das LICHT scheint heute jedenfalls sehr hell über Prag. Alles fühlt sich so neu an. Sound ist kompakt und schön direkt. Es ist der kleinste Klub auf dieser Tour, aber das muss nichts schlechtes Bedeuten. Die Premiere und Feuertaufe ist super über die Bühne gegangen. Bei strömenden Regen verlassen wir Prag, kurz vor der Grenze wird der Bus tatsächlich schon wieder von den Bullen gehalten. Nein, wir haben immer noch keine Drogen an Bord, Sportfreunde. Dafür angeblich eine Achse zuviel, als wir bei der Mautstelle angegeben haben. Sagt Max, unser Busfahrer. 400 Kronen Strafe, naja, es hätte schlimmer kommen können. Auf nach Deutschland. (Volk-Man)



Natürlich gibt es auch dieses Mal wieder ein Tourtagebuch mit wie immer überraschenden und unterhaltsamen Geschichten vor und hinter der Bühne. Am besten Tourtagebuch abonnieren (kostenfrei) und keine Episode verpassen. Stay tuned! Reiter Blog abonnieren
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Kommentare 1 - 10 von insgesamt: 26
Gast
Kommentare :
18.11.2008 21:04
 
Mann oh Mann..einige Bilder aus Pratteln sind ganz schön
cYa bald mal wieder!!
Pegasus
Kommentare : 11
17.11.2008 19:49
 
DANKE für einen weiteren unvergesslichen Abend voller Reitermania

Auf das die Zeit bis zur nächsten Tour schnell vergeht...

lg,
Pegasus


achja...die Bilder von Pratteln sind der Hammer, schade das wir da nicht dabei sein konnten
xXxIsAxXx
Kommentare : 5
16.11.2008 15:01
 
war wirklich ein sehr geiles konzert gestern in winterthur XD
Moo
Kommentare : 3
13.11.2008 20:11
 
Hey ho!Jazzhaus Freiburg,genial!
Schade,dass es für euch kein so toller Auftirtt war,aber fühlt euch getröstet-euren Fans habt ihr wieder eine geniale Show abgeliefert.Es hat doch beides seinen Reiz-riesig viel Platz beim Full Force,sowie die erdrückende Enge im Jazzhaus.Wir Freiburger fänden es sehr schade,wenn der Auftritt gestern in den Räumlichkeiten euer letzter gewesen sein sollte,hoffen in diesem Falle jedoch,dass ihr für die nächste Tour wieder woanders in Freiburg vorbeischaut!!!Viel Spaß heute Abend und vielen,vielen Dank!!!
koro
Kommentare : 5
11.11.2008 12:09
 
DANKE für das bis jetzt geilste konzert in innsbruck!!!!!!!!!

Ihr hab wirklich gerock und die vorbands waren auch genial vor allem honigdieb und marionette!!!!

weiter so
Pegasus
Kommentare : 11
09.11.2008 18:45
 
Ne wilde Frisur haben die Herren in Österreich verpasst bekommen
lg
FloG
Kommentare : 2
08.11.2008 03:44
 
Danke für den tollen Abend in München und bis zum nächsten Mal
ichbins
Kommentare : 1
07.11.2008 21:46
 
hat jemand die Setlist von Nürnberg und könnte sie hier posten ?



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